Datenbrillen erweitern die Realität / by Scott A.

Auf der SPS IPC Drives 2016 stach ein Trend hervor. An mehreren Ständen fingen Besucher imaginäre Fliegen, redeten gegen eigentlich leere Wände und schauten sich scheinbar unkontrolliert um. Der Grund: Sie trugen die Datenbrille Hololens, die sie in eine andere, erweiterte Realität versetzte. Die einhellige Meinung der Austeller war, dass die Augmented Reality eine wichtige Rolle in der industriellen Arbeitswelt der Zukunft spielt.

Anders als bei der Virtual Reality (VR), die Nutzer per Brille komplett in virtuelle Welten entführt und die Realität ausblendet, erweitert die Augmented Reality (AR) die Umgebung um zusätzliche Informationen oder Objekte. So projiziert etwa die Datenbrille Hololens von Microsoft über eine Art Head-Up-Display hochaufgelöste Hologramme in das Blickfeld des Trägers. Dafür benötigt sie kein zusätzliches Smartphone oder PC. Möglich macht das ein integrierter Computer mit einer holographischen Recheneinheit (Holographic Processing Unit, HPU). Zudem erfassen Bewegungssensoren die Lage des Kopfes, um je nach Position die Hologramme und Projektionen korrekt im Raum anzuordnen. Gesteuert wird die Brille über Gesten, Sprache und Kopfbewegungen. Um herauszufinden, welche Anwendungen mit der Brille bereits realisierbar sind und welche noch folgen könnten, hat sich die Redaktion auf der SPS IPC Drives umgesehen und informiert.

Der digitale Zwilling

Per Hololens lies sich der Roboter parametrieren und steuern.

Per Hololens lies sich der Roboter parametrieren und steuern.

In Zusammenarbeit mit dem italienischen Roboterhersteller Comau präsentierte beispielsweise Iconics einen Roboter, mit dem Besucher per Hololens interagierten, da der Roboter über die Datenbrille parametrier- und steuerbar war. So konnten im virtuellen Abbild des Roboters Befehle mittels Gestik und Sprache zur Steuerung abgesetzt werden, die direkten Einfluss auf den realen, physikalischen Roboter hatten. So änderten die Benutzer Sollwerte, gaben Start-Stopp-Befehle und steuerten den Roboter so, als würden sie ihn über dessen reales Bedieninterface lenken.

Feedback aus dem Prozess

Die Hololens zeigt Maschinendaten und ermöglicht so dem Anwender, die Auswirkungen seines Handelns live zu verfolgen.

Die Hololens zeigt Maschinendaten und ermöglicht so dem Anwender, die Auswirkungen seines Handelns live zu verfolgen.

Beckhoff zeigte an seinem Stand ebenfalls die Potenziale der Hololens. Dafür bekamen Anwender die Twincat-Prozessdaten zu einer Maschine per Brille eingeblendet. Marius Kahmen, Produmananger Twincat und IoT Communications beim Unternehmen, beschreibt die Vorteile der AR: „Die Brille bietet die Möglichkeit, die Folgen meines Handelns an der Maschine live anhand der Daten zu verfolgen und bei Fehlern schnell eingreifen zu können.“